Wie Akzeptanz in mir lebt, war letzte Woche die Frage...
Gar nicht, war meine Antwort.
Akzeptanz braucht man dann, wenn etwas außerhalb der eigenen Kontrolle liegt. Wenn jemand stirbt. Wenn jemand krank ist. Wenn Umstände eintreten, die nicht zu ändern sind.
Ich habe immer daran gearbeitet, die Veränderung in der Welt zu sein, die ich sehen will. Frei nach Ghandi. Aber langsam bemerke ich, dass das so, wie ich das lebe, sehr anstrengend ist und viel Bitterkeit und Schmerz in mir erzeugt.
Da fällt mir eine Geschichte ein, die mir eine Freundin vor vielen Jahren erzählt hat: Als junges Mädchen ist eine Bekannte von ihr in einem Auto auf einem Ringelspiel gesessen. Und sie hat während der ganzen Fahrt versucht, das Auto unter Kontrolle zu halten, keinen Unfall zu verursachen. Sie hat sich voll konzentriert, und war glücklich dass die Fahrt gut vorbei gegangen ist. Sie hat nicht verstanden, dass das Ringelspiel die Kontrolle hat und sie die Fahrt ohne Anstrengung genießen hätte können.
So ist das mit mir. Indem ich Äußeres, das nicht in meinem Einflussbereich liegt, wie meine Urlaubs-Situation oder die Stimmungen meiner Freundin, verändern will, beiß ich mir die Zähne aus. Dann versuche ich verbissen etwas zu ändern, dass ich nicht ändern kann. Und meist geht es mir um Schmerzvermeidung. Ich mag mich vor Schmerz schützen. Es ist wie das Mädchen am Ringelspiel. Ich tu alles, damit nichts Schreckliches passiert und währenddessen werde ich immer müder und verbissener und die ganze Schönheit rennt an mir vorbei.
Also Akzeptanz kultivieren. Erlauben, dass das, was ist, sein darf. Den Schmerz zulassen. Und alles fühlen. Weniger leiden. Und so der Wandel sein. Akzeptanz als ersten Schritt. Annehmen statt ablehnen. Dankbar. Und schauen, was für ein Geschenk es ist.

